Gemeinsamer Brief nach Berlin

Hochtechnologie-Standort und Arbeitsplätze erhalten

Die Zukunft des Batteriezellenherstellers Cellforce mit Standort in Reutlingen-Nord/ Kirchentellinsfurt ist ungewiss. Oberbürgermeister Thomas Keck, Bürgermeister Bernd Haug und IHK-Präsident Johannes Schwörer fordern in einem Brief an Berlin schnelle Hilfen, um Arbeitsplätze und technologisches Know-how in der Region zu sichern.

Hochtechnologie-Standort und Arbeitsplätze erhaltenFoto: PR

Die hochmoderne Entwicklungs- und Pilotproduktionsanlage von Cellforce im Interkommunalen Wirtschaftsgebiet Reutlingen-Nord/Kirchentellinsfurt gilt als technologisch führend in der Herstellung von Lithium-Ionen-Zellen. Ein Großteil der hochqualifizierten Belegschaft steht nun vor der Entlassung – der Wirtschaftsstandort Deutschland würde damit eine der letzten Batteriezellenfertigungen verlieren.

Reutlingens Oberbürgermeister Thomas Keck, Kirchentellinsfurts Bürgermeister Bernd Haug und IHK-Präsident Johannes Schwörer haben sich deshalb in einem gemeinsamen Schreiben an Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche gewandt. Darin fordern sie staatliche Kredite oder Beteiligungskapital, um Cellforce zu erhalten, und warnen vor einem Abwandern der Schlüsseltechnologie ins Ausland.

„Die gerade erst fertiggestellte Produktionsanlage ist ein Hightech-Highlight für den Standort und ganz Deutschland. Wenn wir sie verlieren, verlieren wir nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch unsere technologische Souveränität. Wir dürfen nicht dieselben Fehler machen wie bei der Solartechnologie, bei der wir die technologische Entwicklung und Produktion an China verloren haben. Porsche Cellforce entwickelt und baut nach eigenen Angaben weltweit die innovativsten Lithium-Ionen-Antriebe; diese Technologieführerschaft darf Deutschland doch auf keinen Fall aus der Hand geben“, sagt Oberbürgermeister Thomas Keck. Bürgermeister Haug ergänzt: „Unser Wirtschaftsstandort würde erheblichen Schaden nehmen. Die Transformation der Automobilindustrie muss gelingen. Dazu gehört die Batteriezellenfertigung.“ 

Auch IHK-Präsident Johannes Schwörer warnt: „Internationale Wettbewerber wie China und die USA unterstützen ihre Unternehmen massiv beim Ausbau der Batteriezellfertigung. Wir dürfen nicht ins Hintertreffen geraten und brauchen eine nationale Kraftanstrengung, um die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit als führender Industriestandort Europas nicht zu gefährden.“

Zu den geforderten Maßnahmen gehören der zügige Ausbau staatlicher Förderprogramme für Batterietechnologie und Zellproduktion, der Abbau regulatorischer Hürden bei Genehmigungen sowie eine gezielte Förderung von Forschung, Entwicklung und Fachkräfteausbildung.
 

Dr. Wolfgang Epp

Dr. Wolfgang Epp

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