US-Zollpolitik würde Region stark treffen

Heimische Betriebe wollen nicht verlagern

Steigende US-Zölle würden höhere Kosten für die Industriekunden und einen Rückgang der Exporte bedeuten. Das zeigt eine Sonderauswertung aus der jüngsten Konjunkturumfrage der IHK Reutlingen.

Heimische Betriebe wollen nicht verlagernBild: Weissblick - Fotolia.com

Über 40 Prozent der befragten Industrieunternehmen aus der Region rechnen mit einem Rückgang ihrer Exporte, sollten die USA tatsächlich Zölle auf Lieferungen aus Europa und Deutschland verhängen. US-Präsident Donald Trump hatte im April Zölle angekündigt, aber noch ausgesetzt, seither wird verhandelt. „Sollten die Zölle wirklich kommen und es einen verschärften Handelskonflikt mit den USA geben, hätte das deutliche Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft. Die USA sind immer noch das bedeutendste Ausfuhrland für unsere Region“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp.

Neben dem drohenden Rückgang der Ausfuhren befürchten rund 30 Prozent der Unternehmen, dass sich der Wettbewerbsdruck durch Produkte aus Drittstaaten verschärfen wird. Etwa 60 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass die Hauptlast der Zölle die Kunden treffen wird. 13 Prozent erwarten, dass ihre Margen aufgrund der Zölle sinken werden.

Kurzfristig keine Maßnahmen in den USA
Ebenfalls abgefragt wurden Bestrebungen der Unternehmen, ihre Produktion an bestehende US-Standorte zu verlagern oder zusätzliche Produktionskapazitäten in den USA aufzubauen. Nur knapp 7 Prozent gaben an, ihre Produktion teilweise an bereits vorhandene Standorte in den USA zu verlagern. Kein Unternehmen hingegen plant derzeit, zusätzliche Kapazitäten in den USA aufzubauen. Für viele Betriebe ist die Verlagerung ihrer Produktion weder wirtschaftlich noch organisatorisch kurzfristig umsetzbar. „Wenn das die Vorstellung von Präsident Trump war, dürfte sie sich kaum erfüllen, denn Produktionsverlagerungen in die USA bleiben bislang die Ausnahme“, so IHK-Außenexperte Martin Fahling

Zuletzt waren die Exporte der Region Neckar-Alb gestiegen. Im Vergleich zum ersten Quartal 2024 legten die Auslandsumsätze in den ersten drei Monaten 2025 um 6,9 Prozent auf rund 3,5 Milliarden Euro zu – entgegen dem Landestrend Baden-Württembergs, wo im gleichen Zeitraum ein Rückgang von knapp 1,7 Prozent verzeichnet wurde.

Hintergrund
Die IHK-Konjunkturumfrage findet dreimal im Jahr statt. An der aktuellen Konjunkturumfrage haben sich 145 Industrieunternehmen beteiligt. Dieser Branche wurden zusätzlich Fragen zum Handelskonflikt mit den USA gestellt. Die Umfrage lief bis zum 13. Mai 2025.

Den aktuellen Konjunkturbericht gibt es zum Download auf www.ihkrt.de/konjunktur. 
 

Antonia Hettinger

Antonia Hettinger

Unternehmensförderung & Standortpolitik
IHK-Zentrale
Position: Leiterin Volkswirtschaft & regionale Wirtschaftspolitik
Schwerpunkte: Volkswirtschaft und regionale Wirtschaftspolitik, Konjunkturumfragen, IHK-Netzwerk Bau- und Immobilienwirtschaft, IHK-Netzwerk Projektmanagement
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