Indischer Generalkonsul in der IHK
Freihandelsabkommen bringt Potenzial

„Europa und Indien wachsen wirtschaftlich und politisch immer enger zusammen. Das ist eine gute Nachricht für unsere exportorientierten Unternehmen in der Region Neckar-Alb“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp. „Wir brauchen mehr verlässliche Partnerschaften mit dynamischen Volkswirtschaften. Das kommende Freihandelsabkommen bringt enormes Potenzial.“
Indien verfolgt das Ziel, den Anteil der Industrie an der Wirtschaftsleistung bis zum Jahr 2047 deutlich zu steigern. Dafür investiert das Land massiv in Infrastruktur und den Ausbau moderner Industrien. Besonders die Bundesstaaten Maharashtra und Tamil Nadu gelten als wirtschaftliche Zentren mit großem Potenzial für Kooperationen mit Unternehmen aus der Region Neckar-Alb.
Gute Bedingungen
„Indien bietet regionalen Unternehmen hervorragende Rahmenbedingungen“, sagte Martin Fahling, Bereichsleiter International und Internationale Fachkräfte der IHK Reutlingen. Die Vorteile liegen in einem riesigen Binnenmarkt, hochqualifizierten Fachkräften und wettbewerbsfähigen Produktionskosten. Gleichzeitig investiert das Land gezielt in Zukunftsbranchen und unterstützt internationale Unternehmen bei Ansiedlungen. „Gerade für Firmen, die in den Bereichen Space Tech, Medizintechnik oder technische Textilien tätig sind, besteht großes Potenzial für Kooperationen.“
Auch neue politische Rahmenbedingungen eröffnen zusätzliche Möglichkeiten. So stärken das jüngst fertig verhandelte Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Indien sowie die intensivere Zusammenarbeit im Bereich Raumfahrttechnologien die wirtschaftlichen Beziehungen. Insbesondere Anwendungen im Low-Earth-Orbit-Bereich könnten künftig neue Perspektiven für die Telekommunikation und weitere Zukunftstechnologien eröffnen.
Rund 100 Unternehmen aus der Region Neckar-Alb betreiben Handel mit Indien, zehn sind dort mit Produktionsstandorten vertreten. Das Handelsvolumen betrug im Jahr 2025 rund 150 Millionen Euro.
