Zwischenbilanz zur Inklusionsberatung

Firmen sind offen

Heimische Unternehmen schätzen Menschen mit Behinderung als Mitarbeiter. Das zeigt eine Befragung der IHK Reutlingen unter regionalen Ausbildungsbetrieben.

Firmen sind offenFoto: shootingankauf - Fotolia.com

Engagiert, verantwortungsbewusst und motiviert – so umschreiben Unternehmen ihre Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderung. Dabei betonen viele Betriebe, dass das Miteinander von Mitarbeitern mit und ohne Behinderung als bereichernd wahrgenommen wird. „Eine Behinderung bringt immer auch besondere Befähigungen und Begabungen mit. Das ist für viele Unternehmer und Personalverantwortliche die zentrale Erfahrung“, erläutert Cathrin Koch, Inklusionsberaterin der IHK Reutlingen, das Stimmungsbild, zu dem 132 Ausbildungsbetriebe aus der Region Neckar-Alb beigetragen haben.

18 Prozent der Unternehmen, die sich an der Umfrage beteiligt haben, bilden aktuell Menschen mit Behinderung aus oder haben in den letzten fünf Jahren ausgebildet. Mehrheitlich bilden die Betriebe in anerkannten Ausbildungsberufen mit drei- oder dreieinhalbjähriger Dauer aus. Ein Fünftel der eingetragenen Ausbildungsverträge entfällt auf zweijährige Berufe, lediglich 6 Prozent bilden nach speziellen Ausbildungsregelungen für behinderte Menschen aus. Jedes zweite Unternehmen, das befragt wurde, beschäftigt zudem Menschen mit Behinderung regulär.

An die richtige Stelle bringen

Firmen bilden vor allem aus zwei Gründen Menschen mit Behinderung aus: Zum einen wollen sie ihren langfristigen Bedarf an qualifizierten Fachkräften decken, zum anderen sehen sie auch eine gesellschaftliche Verantwortung. „Unternehmen sind nach unserem Eindruck schon offen, ihre Teams um Menschen mit Handicap zu ergänzen. Sie brauchen aber manchmal noch zusätzliche Beratung, wenn es um organisatorische, rechtliche oder inhaltliche Fragen geht“, schildert Cathrin Koch. Die IHK Reutlingen hat seit Anfang des Jahres eine eigene Beratungsstelle Inklusion. Sie hilft Firmen bei Fragen rund um die Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung. Das erste Fazit fällt durchaus positiv aus. „Viele Verantwortliche aus Unternehmen verstehen mittlerweile, dass es weniger um die Defizite der Einzelnen geht, sondern darum, den Menschen mit Behinderung dort einzusetzen, wo er mit seinen Fähigkeiten hinpasst“, sagt Koch.

Ab Herbst plant die IHK verschiedene Fachvorträge zu Fragen von Ausbildung und Inklusion, um damit noch mehr Unternehmerinnen, Unternehmern und Personalverantwortliche an dieses Thema heranzuführen. Am 29. September 2016 wird es beispielsweise eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Landratsamt Reutlingen zu „Inklusion in der Arbeitswelt“ geben.

Das IHK-Beratungsangebot zur Inklusion wird im Rahmen des Projektes „Implementierung von Inklusionskompetenz bei Kammern“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert und aus Mitteln des Ausgleichsfonds finanziert.

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Cathrin Koch

Cathrin Koch

Ausbildung / Prüfungswesen
IHK-Zentrale
Position: Leiterin Vertragswesen, Ausbildungs- und Inklusionsberaterin
Schwerpunkte: Berufsausbildung – Druck- und Medienberufe, IT-Berufe, Bau-Berufe, Labor-Berufe, Floristen, Tierpfleger; Inklusionsberatung, Ausbildungsbegleitung
Telefon: 07121 201-197
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