IHK mit regionaler Exportbilanz zur Jahreshälfte
Europäische Märkte gewinnen an Bedeutung
Foto: hxdbzxy/shutterstock.comDie USA bleiben mit 649 Millionen Euro wichtigster Absatzmarkt der Region, die Ausfuhren gingen allerdings um 6 Prozent zurück. Näher heran rückt die Schweiz auf Platz zwei: Die Exporte dorthin stiegen um 18,8 Prozent auf 611 Millionen Euro. Auch Frankreich verzeichnet mit 396 Millionen Euro ein Plus von 5,1 Prozent. Das stärkste Wachstum unter den zehn wichtigsten Exportmärkten weist das Vereinigte Königreich auf: Die Ausfuhren legten um 31,5 Prozent auf 288 Millionen Euro zu. Auch Italien, Spanien, Polen und Österreich verbuchten Zuwächse. „Diese Entwicklung unterstreicht die Stärke des europäischen Binnenmarkts“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp, „Umso wichtiger ist es, bestehende Handelsbarrieren innerhalb der EU weiter abzubauen.“
Weniger Exporte nach China und USA
Während sich der europäische Markt als Säule für Exporteure erwies, ist vor allem das China-Geschäft rückläufig. Die regionalen Exporte in die Volksrepublik sanken um 23,5 Prozent auf 226 Millionen Euro. China verzeichnet damit unter den zehn wichtigsten Zielländern das größte Minus und rutscht von Platz fünf auf Platz acht. Auch die Handelsbeziehungen mit den USA bleiben trotz des neuen EU-US-Handelsabkommens eine Herausforderung. Für einen großen Teil der europäischen Exporte gelten weiterhin US-Zölle von bis zu 15 Prozent. „Mehr Planbarkeit ist wichtig, aber von freiem Handel sind wir damit weit entfernt“, sagt IHK-Außenhandelsexperte Martin Fahling. „Für mittelständische Unternehmen können zusätzliche Zölle darüber entscheiden, ob ein Produkt auf dem US-Markt noch wettbewerbsfähig angeboten werden kann.“
Unterschiedliche Entwicklung in den Landkreisen
Im Landkreis Reutlingen gingen die Exporte um 5,9 Prozent auf rund 4,4 Milliarden Euro zurück, im Landkreis Tübingen um 4,4 Prozent auf 719 Millionen Euro. Gegen den regionalen Trend legten die Exporte im Zollernalbkreis zu: Dort stiegen die Ausfuhren um 2 Prozent auf rund 1,24 Milliarden Euro. Die Exportquote der Region bleibt mit 60 Prozent auf hohem Niveau. „Unsere Unternehmen sind international stark aufgestellt. Wichtig bleibt, auf möglichst vielen Absatzmärkten aktiv zu sein und neue Chancen im Auslandsgeschäft zu nutzen“, sagt Fahling.
