Digitale Identitäten für Unternehmen

EUDI und European Business Wallet

Die EU entwickelt eine EUDI (European Digital Identity) Wallet für natürliche Personen und eine Business Wallet für Unternehmen. Sie schafft damit europaweit eine Infrastruktur für digitale Identitäten und vertrauenswürdige elektronische Nachweise.

EUDI und European Business WalletGrafik: psdesign1/fotolia.com

Grundlage für Vertrauen, Sicherheit und rechtsverbindliche Geschäftsprozesse ist die Gewissheit darüber, mit wem man es zu tun hat. In der Praxis ist Identitätsmanagement jedoch häufig fragmentiert: Mehrfachprüfungen, Medienbrüche und uneinheitliche Standards erhöhen den Aufwand. Hier setzen EUDI‑ und Business‑Wallet an.

Die EUDI-Wallet soll als Smartphone-basierte Lösung eine einfache Identifikation, Signaturen und den sicheren Dokumentenaustausch ermöglichen. Ihre Bereitstellung ist durch alle Mitgliedstaaten bis Ende 2026 verpflichtend. 

Die europäische Business Wallet EBW richtet sich an juristische Personen, also Unternehmen und Organisationen. Sie wird als komplexe, cloudbasierte Lösung konzipiert, die zusätzlich Rollen, Mandate, Compliance-Anforderungen sowie unternehmensweite Prozesse abbildet. Die Umsetzung des Vorschlags befindet sich noch im EU-Gesetzgebungsprozess und soll marktbasiert erfolgen. 

Kernfunktionen der EU Business Wallet 
Die Kernfunktionen des aktuellen Vorschlags sind, dass Unternehmen künftig 

  • Ihre Identität digital nachweisen
  • Vertretungsrechte abbilden
  • Nachweise bzw. offizielle Dokumente wie Genehmigungen, Zertifikate oder Lizenzen mit anderen Unternehmen und Behörden austauschen
  • Verwaltungsverfahren digital durchführen

Mögliche weitere Inhalte einer Business Wallet sind Handelsregisterdaten, Unternehmensstammdaten, Vollmachten oder offizielle Dokumente wie Genehmigungen, Zertifikate oder Lizenzen. 

Für Unternehmen freiwillig 
Die Business Wallet soll künftig auf die Funktionalitäten der EUDI Wallets aufbauen. Ihre Nutzung ist für Unternehmen freiwillig. Beide Vorhaben werden durch neue gesetzliche Regelungen (z.B. das Digitale Identitätengesetz) und politische Begleitung flankiert, wobei insbesondere Akzeptanz, klare Zuständigkeiten und eine flächendeckende Nutzung als entscheidend gelten.

Mehr erfahren: 
DIHK Stellungnahme zur geplanten European Business Wallet 

Quelle: IHK München 

Katrin Glaser

Katrin Glaser

International & internationale Fachkräfte
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Schwerpunkte: EU-Informationen, Enterprise Europe Network, Fördermittel EU, Länder und Märkte, Geschäftspartnersuche, Dienstleistungen im Ausland
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