Digital Hub geht in die dritte Förderphase
Erprobungsräume für kleine und mittlere Unternehmen
Foto: Pieth„Die Digital Hubs vor Ort eröffnen kleinen und mittleren Unternehmen vielfältige Möglichkeiten, die Chancen der Digitalisierung konkret zu nutzen – von Information und Beratung über Erprobungsräume bis hin zu gemeinsamen Vernetzungs- und Digitalisierungsangeboten“, sagt Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus, anlässlich der symbolischen Scheckübergabe in der IHK Reutlingen.
Ein Konsortium aus starken Partnern
Die neue Förderphase läuft bis Ende März 2028. Das Land Baden-Württemberg stellt dafür rund 500.000 Euro bereit. Geplant sind Veranstaltungen und Schulungen sowie Formate, die auf die individuellen Bedürfnisse der Unternehmen eingehen. Dabei richtet sich der Digital Hub sowohl an digital erfahrene Betriebe als auch an Unternehmen, die mit älteren IT-Systemen arbeiten. Sie erhalten passend zu ihrem Digitalisierungsstand Unterstützung, etwa dabei, bewährte Anwendungen mit zukunftsfähigen Lösungen zu verbinden. Sechs Partner unter der Federführung der IHK Reutlingen führen dazu Aktionen durch.
Ziel: Leuchtturm-Angebote schaffen
Ein Schwerpunkt liegt auf humanoider Robotik. Ein neues Netzwerk soll Anwender, Anbieter und Fachleute zusammenbringen, vorhandene Aktivitäten in Unternehmen und Hochschulen vernetzen und den Erfahrungsaustausch fördern. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich humanoide Roboter konkret in Unternehmen einsetzen lassen. Dazu sollen gemeinsam mit anderen Akteuren praktische Erprobungen und Projekte in Reallaboren angestoßen und begleitet werden. Dort können Roboterlösungen simuliert werden. Mit dem Ansatz „Share-a-Robot“ sollen außerdem Roboter von mehreren Unternehmen gemeinsam angeschafft und betrieben werden. So können Unternehmen Erfahrungen mit der Technologie sammeln und Nutzen, Umsetzbarkeit und Integrationsaufwand für den eigenen Betrieb besser einschätzen. „Neckar-Alb bringt mit innovativen Industriebetrieben und starken Hochschulen gute Voraussetzungen für den Einsatz humanoider Robotik mit“, sagt IHK-Präsident Johannes Schwörer. „Der Digital Hub bietet Unternehmen die Möglichkeit, sich mit der Technologie auseinanderzusetzen und herauszufinden, wo der Einsatz im eigenen Betrieb sinnvoll ist.“
Über das Digital Hub-Netzwerk können erfolgreiche Leuchtturm-Angebote dabei auch über Neckar-Alb hinauswirken und Formate, wie die Reallabore zu humanoiden Robotern, ebenso anderen Regionen Baden-Württembergs zugänglich gemacht werden.
Hintergrund
Seit 2018 fördert das Land Baden-Württemberg regionale Digital Hubs als Anlaufstellen für kleine und mittlere Unternehmen bei der Digitalisierung. Inzwischen gibt es zwölf regionale Digital Hubs beziehungsweise Digitalisierungszentren im Land. Für die dritte Förderphase investiert das Wirtschaftsministerium bis 2028 insgesamt rund sechs Millionen Euro. Der Digital Hub Neckar-Alb ist seit 2019 aktiv. In der vergangenen Förderphase ab 2024 erreichte das Projekt bei verschiedensten Veranstaltungen rund 2.700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. In der neuen Förderphase bilden das Institut für Wissensmanagement und Wissenstransfer der IHK Reutlingen (IHK-IWW), die Technologiewerkstatt Albstadt und der Innoport Reutlingen das Konsortium. Mit dem Werk150 der Hochschule Reutlingen, dem Fachinstitut KEIM der Hochschule Albstadt- Sigmaringen sowie der Cowork Group GmbH in Tübingen unterstützen drei weitere Partner die Aktivitäten des Digital Hubs.
