AHK Business Outlook

Energiepreise drücken Erwartung

Erst Corona-Krise, dann Lieferkettenprobleme und in diesem Jahr russischer Angriffskrieg sowie neuerlicher Lockdown in China – die global engagierten deutschen Unternehmen sehen in diesem Frühjahr keine Verschnaufpause. Im Gegenteil: In den meisten Teilen der Welt stellen sie sich dem jüngsten AHK World Business Outlook zufolge auf anhaltend schlechtere Geschäfte ein.

Energiepreise drücken ErwartungFoto: Parilov - stock.adobe.com

Für die Untersuchung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) haben die deutschen Aus­landshandelskammern (AHKs) rund 4.200 Mitgliedsunternehmen an ihren jeweiligen Standorten in allen Weltregionen befragt.

Vor dem aktuellen Hintergrund beurteilen im Befragungszeitraum März und April etwas weniger als die Hälfte der deutschen Unternehmen im Ausland (48 Prozent) ihre aktuelle Geschäftslage noch als gut, das bedeutet eine leichte Verschlechterung gegenüber der Herbstbefragung 2021. Die Zuversicht der Unternehmen für das eigene Geschäft im laufenden Jahr erleidet jedoch einen gehörigen Dämpfer: Der Saldo aus Optimisten und Pessimisten hat sich im Vergleich zur Vorumfrage im Herbst 2021 nahezu halbiert.

Dabei nehmen die auslandsaktiven Unternehmen die konjunkturelle Krise je nach Weltregion sehr unter­schiedlich wahr: In Ost- und Südosteuropa (ohne die EU-Länder) sowie in Russland und der Türkei beurteilt mehr als jedes zweite deutsche Unternehmen (54 Prozent) die künftige Wirtschaftsentwicklung als schlecht. "Je näher die Unternehmen am Kriegsgeschehen in der Ukraine angesiedelt sind, desto mittel- beziehungs­weise unmittelbarer spüren sie die Auswirkungen des Krieges und der damit verbundenen Sanktionen", so DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier.

In der Eurozone bewerten immerhin 41 Prozent der Unternehmen die Konjunkturentwicklung an ihrem Stand­ort negativ. Bei der Ländergruppe aus den sonstigen EU-Staaten sowie Großbritannien, der Schweiz und Norwegen sind es sogar knapp die Hälfte (47 Prozent).

Vor allem steigende Rohstoff- und Energiepreise drücken die Erwartungen bei jeweils rund zwei Drittel der in Europa angesiedelten deutschen Betriebe. Weltweit sind das immerhin noch 55 Prozent respektive 46 Prozent. Darüber hinaus klagt gut jedes zweite Unternehmen (53 Prozent) über anhaltende Störungen in den Lieferketten, in China und Nordamerika ist der Anteil sogar noch höher.

Unverändert zur Herbstbefragung bleibt der Druck der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Ihn benennen gut 40 Prozent der deutschen Unternehmen als Risikofaktor für ihre Geschäfte. Aber auch die Entwicklung der Arbeitskosten wird von 29 Prozent der Unternehmen als ein Hauptrisikofaktor für die eigenen Geschäfte genannt – ein Höchstwert in der Befragung.

Martin Fahling

Martin Fahling

International
IHK-Zentrale
Position: Bereichsleiter
Schwerpunkte: Grundsatzfragen, Außenwirtschaftspolitik, Beratungen
Telefon: 07121 201-186
E-Mail schreiben
vCard herunterladen
Zur Detailseite


Zur Übersicht