Fachkräftesicherung im Kostenvergleich
Duale Ausbildung rechnet sich weiterhin
Foto: istock.com/stockfourIm Ausbildungsjahr 2022/2023 entstanden den Betrieben im Durchschnitt Bruttokosten von 26.200 Euro pro Auszubildendem. Dazu zählen Personalkosten, Ausgaben für Ausbildungspersonal, Sach- und Anlagekosten sowie sonstige Posten wie Kammergebühren oder Berufskleidung. Zugleich erzielten die Auszubildenden während ihrer Ausbildung durch die Erbringung produktiver Leistungen Erträge in Höhe von rund 18.100 Euro, die im Durchschnitt etwa 70 Prozent der Ausbildungskosten deckten. Je nach Betriebsgröße, Ausbildungsbereich und Region gab es deutliche Unterschiede. Bei etwa jedem vierten Auszubildenden überstiegen die Erträge die Bruttokosten. In diesen Fällen konnten sogar Nettoerträge erzielt werden.
Personal vom externen Markt deutlich teurer
Fachkräfte von außen einzustellen, ist für viele Unternehmen nicht nur schwieriger, sondern auch teurer geworden. Laut Studie bewerten 70 Prozent der Betriebe die Lage am Fachkräftemarkt als schlecht oder sehr schlecht. Die Personalgewinnungskosten stiegen um 65 Prozent gegenüber früheren Erhebungen. Im Schnitt kostet die Besetzung einer Fachkräftestelle über den externen Markt 13.700 Euro – rund 60 Prozent der Nettokosten einer dreijährigen Ausbildung. Zudem bleiben Stellen lange unbesetzt: Kleinstbetriebe warten im Schnitt 19 Wochen, Großbetriebe etwa zehn.
Hohe Investitionsbereitschaft bleibt
Trotz der wirtschaftlich angespannten Lage und der insgesamt zurückgehenden Zahl an Auszubildenden blieb die Investitionsbereitschaft der Betriebe in die duale Berufsausbildung hoch. So investierten sie im Ausbildungsjahr 2022/2023 rund 9,7 Milliarden Euro und damit etwa 1,3 Milliarden Euro mehr als fünf Jahre zuvor. Dabei zeigten sich weniger als zehn Prozent der ausbildenden Betriebe unzufrieden mit dem aktuellen Kosten-Nutzen-Verhältnis.
Übernahmebereitschaft ist hoch
Auch die Übernahmebereitschaft ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. In der Erhebung 2022/2023 gaben rund drei Viertel der ausbildenden Betriebe an, möglichst alle ihrer Auszubildenden weiter beschäftigen zu wollen. Weitere 22 Prozent planten, zumindest einen Teil im Anschluss an die Ausbildung zu übernehmen.
Weitere Informationen findne Sie im neuen BIBB REPORT „Eigene Ausbildung oder externe Fachkräftegewinnung – mit welchen Kosten müssen Betriebe rechnen?“ auf der Webseite des BIBB.

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