IHK unterstützt Unternehmensübergabe in der Region
Bisher schon rund 2.500 Kontakte
Foto: PeopleImages/iStockphoto.com„Jede gelungene Unternehmensübergabe stärkt den Wirtschaftsstandort Neckar-Alb“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp. „Wenn Unternehmen fortgeführt werden, bleiben Arbeitsplätze und über Jahrzehnte aufgebautes Know-how erhalten.“ Entscheidend dafür ist die frühzeitige Planung. „Der Prozess beginnt lange vor der eigentlichen Übergabe“, berichtet Jeannette Klein, Moderatorin Unternehmensnachfolge bei der IHK Reutlingen. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer wissen zwar, dass sie sich frühzeitig damit beschäftigen sollten, verschieben die Entscheidung aber trotzdem. „Genau hier setzen wir an: Wir sensibilisieren, zeigen Möglichkeiten auf und begleiten Unternehmen durch den gesamten Nachfolgeprozess“, so Klein.
Kontaktvermittlung inklusive
Die IHK Reutlingen unterstützt mit einem umfassenden Beratungsangebot – von der Orientierung bis zur Vermittlung passender Nachfolgerinnen und Nachfolger. Ein wichtiger Baustein ist der Matching-Pool: Hier können sich sowohl Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhaber sowie Nachfolgeinteressierte registrieren. Passen Profile zueinander, stellt die IHK den Kontakt her. 190 Nachfolgeinteressierte sind bereits registriert.
Die Bilanz des Projekts bestätigt den Bedarf: Von 2022 bis 2025 begleitete die IHK 169 Unternehmerinnen, Unternehmer und Nachfolgeinteressierte intensiv. Weitere 2.300 Interessierte wurden über Veranstaltungen und Kurzberatungen erreicht. Auch die aktuelle Förderperiode ist erfolgreich gestartet. Bereits im ersten Halbjahr 2026 wurden 21 Übergeber und Übernehmer begleitet, rund 240 Interessierte nahmen an Veranstaltungen teil. Bis Ende 2028 sollen rund 170 Teilnehmerinnen und Teilnehmer individuell begleitet und rund 1.500 weitere über Veranstaltungen und Informationsangebote erreicht werden.
Kostenfreie Unterstützung für kleine Unternehmen
Die IHK-Aktivitäten werden gefördert durch das Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus. Rund 150.000 Euro Fördermittel flossen an die IHK, die übrigen Projektkosten trug sie selbst. „Ohne die Förderung könnten wir diese intensive Begleitung nicht anbieten. Gerade kleinere Unternehmen können sich eine mehrjährige Unterstützung am freien Markt oft nicht leisten“, so Klein. „Dabei sind sie ein sehr wichtiger Teil unserer regionalen Wirtschaftsstruktur, den wir unbedingt erhalten müssen.“
