IHK veröffentlicht Bildungsreport

Bildung als Schlüssel für die Zukunft

Der neue IHK-Bildungsreport zeigt: Bildung ist eine wichtige Säule für die wirtschaftliche Leistungs- und Zukunftsfähigkeit der Region Neckar-Alb.

Bildung als Schlüssel für die ZukunftFoto: Antonio Guillem/shutterstock.com

Die IHK Reutlingen wertet in ihrem aktuellen Bildungsreport Zahlen rund um Demografie und Bildung aus und zeigt die Bedeutung für die regionale Wirtschaft auf. „Aus der Analyse geht hervor, dass sich der Fachkräftemangel in absehbarer Zeit noch verschärfen wird“, sagt Dr. Wolfgang Epp, Hauptgeschäftsführer der IHK Reutlingen.

Ein deutliches Zeichen dafür liefert die demografische Entwicklung: Während die Bevölkerung in der Region Neckar-Alb moderat wächst, steigt das Durchschnittsalter. In der Region Neckar-Alb wird laut Berechnungen des Statistischen Landesamtes die Bevölkerungszahl von 705.830 im Jahr 2020 auf 729.400 im Jahr 2040 ansteigen. Das entspricht einem Anstieg von rund drei Prozent. Das Durchschnittsalter liegt mit 43,7 Jahren leicht unter dem Landesdurchschnitt. Im Jahr 1973 lag es noch bei etwa 35 Jahren. Aufgrund der aktuellen Bevölkerungsstruktur ist davon auszugehen, dass dieser Wert in den kommenden Jahren weiter ansteigen wird. Für die Unternehmen in der Region wird das Folgen haben: Geburtenstarke Jahrgänge werden in den kommenden Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden, die jungen Menschen, die nachrücken, werden das nicht ausgleichen. Unter anderem durch diese Schere könnten bis 2035 über 21.000 Arbeitsplätze unbesetzt bleiben.

Blick in die Schulen
Ein Vergleich der Schülerzahlen beim Wechsel auf die weiterführenden Schulen im Schuljahr 2023/2024 zeichnet ein klares Bild: Während die Werte der Region Neckar-Alb insgesamt – ebenso wie die des Landkreises Reutlingen (Gymnasium: 45 %, Realschulen: 29 %, Gemeinschaftsschulen: 18 %) – weitgehend dem Landesdurchschnitt entsprechen, weichen die Zahlen in den Landkreisen Tübingen und Zollernalb deutlich ab. Im universitär geprägten Landkreis Tübingen wechselten deutlich mehr Schülerinnen und Schüler auf ein Gymnasium (56 %), während die Übergänge auf Real- (15 %) und Gemeinschaftsschulen (23 %) vergleichsweise gering ausfielen. Im Zollernalbkreis war der Anteil der Schüler, die auf eine Realschule (42 %) wechselten, deutlich höher, während weniger Kinder den Übergang auf ein Gymnasium (38 %) wählten. Die Gemeinschaftsschule lag hier bei 8%.

Duale Ausbildung fördern
Im Jahr 2024 registrierte die IHK Reutlingen in der Region Neckar-Alb 2.222 neu eingetragene Ausbildungsverträge. Der Landkreis Tübingen verzeichnete dabei die wenigsten (24 %), der Landkreis Reutlingen (46 %) am meisten, der Zollernalbkreis lag bei 30 %. Insgesamt ging die Zahl in den vergangenen Jahren zurück. Die IHK wirbt deshalb bei jungen Menschen verstärkt mit Projekten in Schulen für die duale Ausbildung und setzt sich für eine praxisnahe Berufsorientierung ein. „Das Bildungssystem in Deutschland ist durchlässig, sodass auch eine Lehre der Start für eine erfolgreiche berufliche Laufbahn sein kann“, sagt Thorsten Leupold, Bereichsleiter Ausbildung und Prüfungswesen. „Besonders wichtig ist es, den jungen Menschen bei der Berufsorientierung einen möglichst umfassenden Überblick über die Möglichkeiten nach der Schule zu bieten.“ Mit Projekten wie „Wirtschaft macht Schule“ unterstützt die IHK die Schulen in der Region: Sie vermittelt Kooperationen zwischen Betrieben und Schulen, um Schülerinnen und Schülern die regionale Wirtschaft näherzubringen.

Weiterbildung ist wichtig
Eine große Rolle spielt in Unternehmen mittlerweile die berufliche Weiterbildung. Seit 2010 ist die Anzahl der abgelegten Weiterbildungsprüfungen bei der IHK Reutlingen von etwa 500 auf knapp 2.000 im Jahr 2024 stark angestiegen. „Das lebenslange Lernen ist in der Wirtschaft längst angekommen und in der heutigen Zeit wichtiger denn je“, sagt Leupold. Der immer schneller werdende technische Fortschritt, der zunehmende Einsatz von künstlicher Intelligenz in den Betrieben und die Digitalisierung sorgen dafür, dass sich Fach- und Führungskräfte frühzeitig und regelmäßig fortbilden müssen. Die IHK Reutlingen hat ihr Weiterbildungsangebot entsprechend weiterentwickelt. „Bildung ist der Schlüssel, um den Wandel, den wir gerade erleben, aktiv zu gestalten. Sie sichert die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen und eröffnet jungen Menschen Perspektiven“, betont Dr. Wolfgang Epp, Hauptgeschäftsführer der IHK Reutlingen.

„Menschen sind das wichtigste Gut“
Die Analyse zeigt, dass die verschiedenen Phasen der Bildung ineinandergreifen. „Schulen, Unternehmen und Politik müssen Bildung deshalb als Gemeinschaftsaufgabe verstehen“, sagt Epp. „Bei allem technischen Fortschritt dürfen wir nicht vergessen, dass Unternehmen Personal mit Fachwissen, Fähigkeiten und Können brauchen. Die Menschen sind nach wie vor das wichtigste Gut der Wirtschaft.“

Hintergrund
Der Bildungsreport nimmt die gesamte Bildungskette unter die Lupe – von der frühkindlichen Betreuung über allgemeinbildende und berufliche Schulen bis hin zu Hochschulen und Weiterbildung. Er liefert aktuelle Daten, Trends und Handlungsempfehlungen, wie Wirtschaft und Politik den demografischen Wandel, die Fachkräftesicherung und die Digitalisierung bewältigen können.
 

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Thorsten Leupold

Thorsten Leupold

Ausbildung & Prüfungswesen,
IHK-Zentrale
Position: Bereichsleiter Ausbildung / Prüfungswesen
Schwerpunkte: Bildungspolitik, Lehrstelleninitiative Neckar-Alb, Arbeitskreis Europäischer Sozialfonds Neckar-Alb, IHK-Berufsbildungsausschuss, Federführung Weiterbildung
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