IHK zu Regierungswechsel in Ungarn

Bessere Rahmenbedingungen für regionale Betriebe

Der Regierungswechsel in Ungarn eröffnet der regionalen Wirtschaft neue Perspektiven. Die IHK Reutlingen empfiehlt: Wer bereits im ungarischen Markt aktiv ist oder den Einstieg plant, sollte die aktuellen Entwicklungen aufmerksam verfolgen.

Bessere Rahmenbedingungen für regionale BetriebeFoto: istock.com/_ultraforma_

Die neue Regierung Ungarns hat Reformen, Korruptionsbekämpfung und bessere Bedingungen für Investoren angekündigt. Der pro-europäische Kurs weckt die Hoffnung auf stabilere wirtschaftliche Rahmenbedingungen. „Die angekündigten Reformen könnten das Investitionsklima deutlich verbessern und für mehr Planungssicherheit sorgen“, sagt IHK-Außenhandelsexperte Martin Fahling. Ungarn hatte zuletzt mit Inflation, schwachem Wachstum und eingefrorenen EU-Mitteln zu kämpfen.

Wirtschaftsstandort mit Potenzial 
Die Unternehmen in der Region Neckar-Alb hatten bisher eher verhalten im ungarischen Markt agiert. Die politische Unberechenbarkeit war vielen zu groß. Derzeit unterhalten 166 Unternehmen Exportbeziehungen dorthin, 45 Betriebe sind mit eigenen Auslandsvertretungen vor Ort aktiv. „Die neuen wirtschaftspolitischen Signale dürften das Interesse der regionalen Betriebe an Ungarn steigern“, so Fahling. Mit seiner zentralen Lage in Europa, einer starken Industrie und der engen Einbindung in den EU-Binnenmarkt bietet Ungarn gute Voraussetzungen für Handel und Investitionen. Eine besondere Rolle spielen die Branchen Automobilindustrie, Elektrotechnik sowie die Pharma-, Batterie- und Zulieferindustrie.

Zuversicht mit Vorbehalt
Noch ist offen, wie schnell die angekündigten Reformen umgesetzt werden können. Hohe Staatsverschuldung und strukturelle Herausforderungen begrenzen den Handlungsspielraum. Die kommenden Monate gelten daher als entscheidend. „Die Chancen auf einen Neustart sind da – jetzt kommt es auf die Umsetzung an“, so Fahling.

Hintergrund
Im April fanden die Parlamentswahlen in Ungarn statt, die Konstituierung der 10. Ungarischen Nationalversammlung findet am 9. Mai statt. Dort soll Péter Magyar, Vorsitzender der Tisza-Partei, zum Ministerpräsidenten Ungarns gewählt werden.

Martin Fahling

Martin Fahling

International & internationale Fachkräfte,
IHK-Zentrale
Position: Bereichsleiter
Schwerpunkte: Grundsatzfragen, Außenwirtschaftspolitik, Beratungen, Institute for Emerging Markets
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