Wirtschaft trifft Kommune in Tübingen

"Beide Projekte gehen zusammen"

Treffpunkt Parkdeck? Für einen IHK-Termin eher eine ungewöhnliche Ansage. Bei "Wirtschaft trifft Kommune" in Tübingen traf es aber zu. Das Thema des Abends war die Innenstadtstrecke.

Beide Projekte gehen zusammenWirtschaft trifft Kommune. Bei jährlichen Treffen begrüßten IHK-Vizepräsidentin Dr. Daniela Eberspächer-Roth, Oberbürgermeister Boris Palmer und Harald Herrmann (r.), Präsident der Handwerkskammer. Foto: Ulmer

Das frisch eröffnete neue Parkhaus im Technologiepark bei der Sternwarte war Ort des Treffens: Auf Ebene 13 war es schön luftig. Dort hätte man dem angekündigten Unwetter trotzen können, das aber gar nicht kam. Gut so. Dafür sorgte die Innenstadtstrecke der Regionalstadtbahn für Diskussionen, so dass Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer feststellen musste. "Heute ist es munterer als sonst."

Dr. Daniela Eberspächer-Roth, Vorsitzende des IHK-Gremiums Tübingen, setzte den Ton für die Wirtschaft: Persönliche Mobilität muss auch in Zukunft Auto und ÖPNV ermöglichen. "Es muss heißen: B 27 und Regionalstadtbahn – und nicht oder. Beide Projekte gehen zusammen", sagte sie mit Blick auf zuletzt geführte öffentliche Diskussionen. Über die Innenstadtstrecke sollen die Tübinger Bürgerinnen und Bürger am 26. September abstimmen. Die IHK wird zuvor per Umfrage ein Stimmungsbild der Unternehmerinnen und Unternehmer einholen. „Die Wirtschaft will die beste Lösung – für die Region, die Betriebe und ihre Beschäftigten, die Innenstadt und wichtige Zukunftsthemen wie bezahlbaren Wohnraum in Tübingen und Umgebung.“

Lebensadern sind wichtig
Palmer warb mit Verve für die Innenstadtstrecke. "Wir brauchen eine klimaneutrale Infrastruktur und eine City, die für Kunden erreichbar ist", so der Oberbürgermeister. "Wenn die Straße die Lebensader der Region ist, ist die Stadtbahn die Lebensader der Stadt", eine Gleichung, die nicht alle Gäste beim Treffen teilen wollten. Laut Palmer ist die Innenstadtstrecke viermal effizienter als ein E-Auto und spart 5.000 Tonnen CO2. Der Bund zahle 150 bis 200 Millionen Euro. "Das Geld fließt entweder nach Tübingen oder eben woanders hin."

Kritik musste Boris Palmer für die Erhöhung der Grundsteuer und der Gewerbesteuer einstecken. Tübingen liegt bei der Grundsteuer nun landesweit mit vorne. "Die kommunalen Standortbedingungen wurden dadurch verschlechtert. Das gefährdet die Innovations- und Investitionsbereitschaft", so Eberspächer-Roth. "Die besten Steuermehreinnahmen erzielen Kommunen durch florierende Bestandsunternehmen, ergänzt durch eine wachsende Gründerszene und prosperierende Neuansiedlungen.“

Dr. Jens Jasper

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Recht und Steuern
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