Kanada in den Fokus rücken

Außenhandel erweitern, neue Partnerschaften aufbauen

Angesichts geopolitischer Spannungen und zunehmender Unsicherheiten im Welthandel suchen Unternehmen verstärkt nach verlässlichen Absatz- und Partnermärkten. Kanada bietet der regionalen Wirtschaft neue Chancen.

Außenhandel erweitern, neue Partnerschaften aufbauenFoto: nito - Fotolia.com

„Kanada kann international tätigen Unternehmen als Sprungbrett für den Einstieg in den nordamerikanischen Markt dienen – und das nicht nur als Absatzmarkt, sondern auch für Kooperationen, Innovationen und Partnerschaften“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp. Das Land zählt durch riesige Vorkommen an Erdöl, Erdgas, Mineralien wie Nickel, Zink und Uran sowie kritischen Zukunftsmetallen zu den rohstoffreichsten Ländern der Erde. „Sowohl für exportorientierte als auch für produzierende Betreibe ist Kanada daher ein interessanter Handelspartner“, berichtet Epp. Kanada selbst hat jüngst einen Flickenteppich an provinzspezifischen Handelshemmnissen abgeschafft und damit die Bedingungen innerhalb Kanadas, aber auch international verbessert. Für regionale Unternehmen lohnt es sich, den Blick dorthin zu richten. „Wer wachsen will, muss breit aufgestellt sein und braucht zuverlässige Märkte – heute mehr denn je“, so Epp weiter.  

Gute Aussichten für bestimmte Branchen
Bisher exportieren 99 regionale Unternehmen Waren im Wert von rund 130 Millionen Euro jährlich nach Kanada, das macht etwa ein Prozent der regionalen Exporte aus. Im Ranking liegt Kanada damit bei den Exportländern der Region unter den Top20. 13 Unternehmen importieren Waren von Kanada, 31 Unternehmen arbeiten mit Vertriebspartnern oder Handelsvertretern vor Ort, zwölf Unternehmen verfügen über eigene Niederlassungen und ein Unternehmen produziert dort. „Kanada ist für die Region noch kein Kernmarkt, aber zahlreiche international tätige Unternehmen haben bereits Geschäftsbeziehungen aufgebaut“, fasst Martin Fahling, Bereichsleiter International und internationale Fachkräfte der IHK Reutlingen, zusammen. Besonders gute Chancen sieht er für den Maschinen- und Anlagenbau, die Automatisierungstechnik, die Medizintechnik sowie für Anbieter digitaler Lösungen. „Kanada sucht gezielt nach industriellen Lösungen. Viele Unternehmen aus unserer Region können diese Nachfrage bedienen“, so Fahling.

Durchdachte Strategie erleichtert den Einstieg
Für einen erfolgreichen Markteintritt sind eine sorgfältige Vorbereitung sowie die Klärung von Vertriebs-, Zertifizierungs-, Zoll- und Ursprungsfragen entscheidend. „Das bestehende Freihandelsabkommen CETA erleichtert zwar den Handel zwischen der Europäischen Union und Kanada, ersetzt jedoch keine durchdachte Markteintrittsstrategie“, so Fahling. Die IHK Reutlingen unterstützt Unternehmen bei ihren internationalen Aktivitäten mit Beratung, Informationen und Veranstaltungen. Dabei arbeitet sie eng mit den deutschen Auslandshandelskammern (AHKs) zusammen, die mit rund 120 Büros weltweit präsent sind. 

Martin Fahling

Martin Fahling

International & internationale Fachkräfte,
IHK-Zentrale
Position: Bereichsleiter
Schwerpunkte: Grundsatzfragen, Außenwirtschaftspolitik, Beratungen, Institute for Emerging Markets
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