Berufsorientierung fest an Schulen etablieren
Ausbildung bleibt erste Wahl
Foto: SDI Productions - istockphoto.comDie neue Jungendstudie der Bertelsmann-Stiftung zeigt, dass die Mehrheit der jungen Menschen die duale Ausbildung weiterhin als beliebtesten Bildungsweg nach dem Schulabschluss betrachten. 43 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler gaben an, auf jeden Fall eine Ausbildung anzustreben, 40 Prozent wollen unbedingt studieren. Viele sind noch unentschlossen.
In Helfer-Jobs hängen bleiben
Rund ein Fünftel aller Schüler will jedoch zunächst einmal arbeiten, bevor eine berufliche Qualifizierung folgt. Unter den Schulabgängern mit niedrigem Schulbildungsniveau trifft dies sogar auf jeden Vierten zu. Wer diesen vermeintlich leichten Weg nach der Schule wählt, läuft Gefahr in sogenannten Helfer-Jobs hängen zu bleiben und langfristig weniger berufliche Chancen zu haben.
Schwierigkeiten bei der Berufsorientierung
Die Bertelsmann-Studie zeigt außerdem, dass viele Jugendliche Schwierigkeiten bei der Berufsorientierung haben. So fühlt sich nur ein Drittel der Befragten gut informiert. Über die Hälfte (51 Prozent) beklagt hingegen, dass es zwar ausreichend Informationen gebe, man sich darin aber nicht zurechtfinde.
Zahlreiche Angebote
Die IHK Reutlingen unterstützt Schulen mit zahlreichen Angeboten bei der Berufsorientierung. „Unsere Ausbildungsbotschafter beispielsweise kommen in Schulen, stellen ihre Berufe vor, berichten vom Azubi-Alltag und von der eigenen Suche nach einem Ausbildungsplatz“, erklärt Ida Willumeit, Expertin für die Berufsorientierung bei der IHK Reutlingen.
Alle Angebote im Überblick, finden Sie in unserer neuen Broschüre „IHK-Angebote für Schulen“ und auf der IHK-Website.
Ausbildung bietet viele Benefits
Ein weiteres Hindernis auf dem Weg in die Ausbildung sind der Jugendbefragung zufolge häufige Vorurteile über das Gehalt. Auch hier muss Aufklärungsarbeit geleistet werden. "Die tariflichen Ausbildungsvergütungen sind in den letzten Jahren deutlich stärker gestiegen als die allgemeinen Löhne. 2024 lag das durchschnittliche Azubi-Gehalt in tarifgebundenen Betrieben bei 1.133 Euro im Monat,“ klärt Markus Kiss, Ausbildungsexperte der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), auf. Viele Unternehmen zahlen weitere Benefits wie Prämien für gute Lernergebnisse, Zuschüsse zum Deutschlandticket, zum Wohnen oder ein Abo fürs Fitnessstudio.
Einstieg vereinfachen
"Wichtig bleibt: Besonders junge Menschen mit niedriger Schulbildung müssen besser unterstützt und Ausbildungsperspektiven deutlicher aufgezeigt werden", betont der DIHK-Ausbildungsexperte. Förderangebote wie die Assistierte Ausbildung müssten noch bekannter gemacht und weiterentwickelt werden. "Ein besonders wirksames Instrument für den Einstieg in Ausbildung ist die sogenannte Einstiegsqualifizierung. Junge Menschen, die noch nicht voll für eine klassische Ausbildung geeignet sind, erhalten so die Möglichkeit, in einem Zeitraum von vier bis zwölf Monaten Teile eines Ausbildungsberufes, einen Betrieb und das Berufsleben kennen zu lernen. Danach werden viele von ihrem Betrieb in eine reguläre Ausbildung übernommen."
Zur Studie der Bertelsmann-Stiftung
Quelle: DIHK

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