IHK: Neuer Wehrdienst ist nötig

Ausbau der Bundeswehr verstärkt Fachkräfte-Wettbewerb

„Die Vereinbarkeit von Wirtschaft und Verteidigung muss gewährleistet sein, wenn der neue Wehrdienst ein Erfolg werden soll“, kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp.

Ausbau der Bundeswehr verstärkt Fachkräfte-WettbewerbFoto: Synthex - stock.adobe.com

Das Bundeskabinett hat den vorliegenden Entwurf für das Wehrdienstmodernisierungsgesetz gebilligt. Es sieht unter anderem vor, dass junge Frauen und Männer ab 2026 gefragt werden sollen, ob eine grundsätzliche Bereitschaft zur Ableistung des Wehrdienstes besteht. Die von der Regierung geplante Aufstockung der Bundeswehr soll zunächst auf freiwilliger Basis erreicht werden. „Die nötige personelle Stärkung der Bundeswehr wird allerdings den Wettbewerb um Arbeits- und Fachkräfte weiter verschärfen“, warnt Epp. Viele Branchen vermelden in der mittleren und längeren Perspektive weiter einen Mangel an Fachkräften. „Die Verfahren müssen so strukturiert sein, dass sie zur Ausbildung und zum Erwerbsleben passen und sich inhaltlich ergänzen, etwa durch entsprechende Weiterbildungen.“ 

Wehrdienst und Arbeitsmarkt
Aus Sicht von Epp muss die Wirtschaft bei der anstehenden Umsetzung mitgenommen werden. „Der Aufwand für Freistellungen wegen Wehrübungen oder Wehrdienst liegt unmittelbar bei den Unternehmen, weil gerade längere Abwesenheiten ja Nachbesetzungen nötig machen. Die Gesamtverteidigung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Das heißt aber auch, dass Wehrdienst, berufliche Bildung und Arbeitswelt zusammengedacht werden müssen, wie das vor der Abschaffung der Wehrpflicht auch üblich war“, so der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Dr. Wolfgang Epp

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