BWIHK-Einkommensstudie

Aus- und Weiterbildung lohnen sich

Die berufliche Aus- und Weiterbildung bietet bis zum 60. Lebensjahr ein höheres Einkommen als ein Studium. Eine neue BWIHK-Studie zeigt, in welcher Altersphase am besten verdient wird.

Aus- und Weiterbildung lohnen sichFoto: verticalstock/Shutterstock.com

Der kumulierte Verdienst einer Person mit Ausbildung und anschließender Weiterbildung liegt am Ende des Erwerbslebens fast gleichauf mit Hochschulabsolventen, nämlich bei etwa 1,4 Millionen Euro. Jedoch haben erstere bis zum 60. Lebensjahr, und somit während des größten Teils ihres Berufslebens, finanziell gegenüber den Akademikern die Nase vorn. Personen mit Berufsausbildung verdienen zwar rund 400.000 Euro weniger als Personen mit Studium, verfügen aber bis zu einem Alter von 35 Jahren über mehr Geld. Das sind die Ergebnisse einer vom Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) in Auftrag gegebenen Studie, die die Verdienstmöglichkeiten einer Berufsausbildung und eines Studiums vergleicht. Mit neuen Untersuchungsansätzen zeigt die Studie erstmals, in welcher Altersphase welche Personengruppen mehr verdienen.

Zwischen Personen, die nach abgeschlossener Ausbildung noch ein Studium absolvieren und denen, die direkt im Anschluss an die Schule studieren, gibt es kaum Gehaltsunterschiede.  Erstere haben jedoch den Vorteil, dass sie bereits in jungen Jahren Geld verdienen und bis etwa 50 Jahre ein höheres kumuliertes Einkommen haben. Die Entscheidung für mehr Bildung, Ausbildung oder Studium lohnt sich über die letzten Jahrzehnte gesehen im Vergleich zu keiner abgeschlossenen Ausbildung immer mehr. Zwar konnten in der Industrie in der Vergangenheit auch Ungelernte relativ gut verdienen. Dort hat sich ein Studium erst deutlich später gelohnt, nämlich ab etwa 55 Jahren gegenüber 46 Jahren im Dienstleistungsbereich. Es zeigt sich aber, dass dies bei den jüngsten untersuchten Geburtenjahrgängen, nämlich von 1975 bis 1986, anders aussieht. Dort lohnt es sich in jedem Fall, eine Berufsausbildung anzustreben.

Über die Studie
Für die aktuelle Studie hat das Institut für Angewandte Wissenschaft (IAW) in Tübingen die gesamte Bildungsbiografie und die Entwicklung des individuellen Lebenseinkommens betrachtet. Insgesamt wurden dafür die Bildungswege von mehr als 12.000 Personen untersucht. Frühere Untersuchungen zum Thema fokussierten sich vor allem auf den Zusammenhang von Einkommen und höchstem Bildungsabschluss.

Zum Video "Ausbildung & Weiterbildung? Die Kohle stimmt!"

Petra Brenner

Petra Brenner

Ausbildung
IHK-Zentrale
Position: Bereichsleiterin Ausbildung
Schwerpunkte: Bildungspolitik, Lehrstelleninitiative Neckar-Alb, Arbeitskreis Europäischer Sozialfonds Neckar-Alb, IHK-Berufsbildungsausschuss
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