E-Commerce

Abschaffung zollfreier Kleinsendungen zum 1. Juli 2026

Der Rat der EU hat beschlossen, dass ein vorübergehender Zollsatz in Höhe von 3 Euro auf jeden einzelnen Artikel in einer Sendung, je nach der jeweiligen Tarifposition, erhoben wird. Die neuen Vorschriften reagieren auf die Tatsache, dass solche Pakete derzeit zollfrei in die EU eingeführt werden, was zu unlauterem Wettbewerb für EU-Verkäufer führt.

Abschaffung zollfreier Kleinsendungen zum 1. Juli 2026Foto: cybrain/shutterstock.com

Ab dem 1. Juli 2026 werden Kleinsendungen unter 150 Euro aus Drittländern nicht mehr zollfrei sein. Damit entfällt die bisherige Freigrenze für Waren mit geringem Wert. Der Zollsatz wird auf alle in die EU eingeführten Waren angewandt, für die Verkäufer aus Drittstaaten bei der „einzigen Anlaufstelle für die Einfuhr (IOSS – Import Stop Shop) der EU für Mehrwertsteuerzwecke“ registriert sind. Dies umfasst 93 Prozent der gesamten E-Commerce-Ströme in die EU. 

Der pauschale Zollsatz von 3 Euro pro Warenposition ist eine provisorische Maßnahme, weil die erforderliche technische Infrastruktur (EU-Zolldatenhub) voraussichtlich erst zum 1. Juli 2028 bereitsteht. Basis ist die sechsstellige Warennummer (Harmonisiertes System). Falls sich im Paket drei Waren mit unterschiedlichen HS-Positionen befinden, werden drei Mal drei Euro Zoll erhoben. 

Ab Inbetriebnahme des EU-Datahub für E-Commerce-Sendungen erfolgt bei allen Sendungen eine exakte Berechnung. Die Abgaben werden von den Paketdienstleistern vom ausländischen Absender oder Auftraggeber erhoben und nicht vom Warenempfänger in der EU. 

Zusätzlich wird, wie bislang auch, die Einfuhrumsatzsteuer abgeführt. Weiterhin wird über eine pauschale Abfertigungsgebühr für Kleinsendungen beraten. Damit soll der Aufwand abgedeckt werden, der bei der Überprüfung der Sendungen hinsichtlich Einhaltung der gesetzlichen Regelungen entsteht. Die Abfertigungspauschale könnte ab Herbst 2026 anfallen. 

Hintergrund

2024 gelangten rund 4,6 Milliarden Sendungen mit geringem Wert (bis zu 150 Euro) auf den EU-Markt. Das entspricht 12 Millionen Paketen pro Tag – doppelt so viele wie 2023 und dreimal so viele wie 2022. 91 Prozent der Pakete stammen aus China. 

Weitere Informationen gibr es in der offiziellen Pressemitteilung des EU-Rates

Quelle: DIHK/ IHK Ostwürttemberg

Katrin Glaser

Katrin Glaser

International & internationale Fachkräfte
IHK-Zentrale
Position: Projektmanagerin
Schwerpunkte: EU-Informationen, Enterprise Europe Network, Fördermittel EU, Länder und Märkte, Geschäftspartnersuche, Dienstleistungen im Ausland
Telefon: 07121 201-152
E-Mail schreiben
vCard herunterladen
Zur Detailseite


Zur Übersicht