Schwellen- und Entwicklungsländer liegen vornehmlich in Afrika, Asien, Lateinamerika und Südosteuropa, wachsen überproportional stark und haben großes Interesse an Waren und Dienstleistungen „Made in Germany“. Nur: Sie sind für viele Unternehmer völlig unbekanntes Terrain.
Seit April 2012 beteiligt sich die IHK Reultingen am EZ-Scout-Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und berät Unternehmen bei ihrem Engagement in Entwicklungs- und Schwellenländern. Ein "EZ Scout" fungiert als Mittler für diese Regionen bei der IHK Reutlingen. Er kann auf das Know-how des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie dessen Unterorganisationen zurückgreifen. Der EZ Scout unterstützt insbesondere mittelständische Unternehmen konkret bei der:
- Auswahl von maßgeschneiderten Instrumenten der Entwicklungszusammenarbeit zur Finanzierung von Investitionen in Schwellen- und Entwicklungsländern,
- Projektantragstellung und Durchführung bei relevanten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit,
- Netzwerkbildung zu Instituionen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland und im Investitionsland
- Informationen zu Partnerländern der Entwicklungszusammenarbeit zu Marktentwicklung, Marktdynamiken und politisch-ökonomischen bzw. regulatorischen Rahmenbedingungen
Durch die Globalisierung ergeben sich für die entwicklungspolitische Zusammenarbeit viele neue Impulse:
Während in den Industrieländern die Möglichkeiten rein staatlicher Entwicklungsförderung stagnieren, spielen private Unternehmen in der Weltwirtschaft eine immer wichtigere Rolle. So betrugen etwa die gesamten Nettoauszahlungen Deutschlands in der öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit zwischen 1995 und 2000 rund 30 Milliarden Euro. Dem stehen mehr als 55 Milliarden Euro an privaten Investitionen (Direktinvestitionen und sonstige Kapitalanlagen) gegenüber.
Vor diesem Hintergrund setzt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) auf neue Formen der Kooperationen, so zum Beispiel auf das seit der zweiten Hälfte der 90er-Jahre praktizierte Public Private Partnership (PPP)-Programm (heute: develoPPP), bei dem gezielt die Privatwirtschaft für ein entwicklungsrelevantes Engagement im Ausland gewonnen werden soll.
Mehr Informationen gibts auf der Seite des BMZ!
Aktuelle Ausschreibungen köennen Sie über die Seite des BMZ finden!
Der nächste develoPPP.de-Ideenwettbewerb startet am 15. November 2012.
Achtung: die maximale öffentliche Fördersumme hat sich von 193.000 Euro auf 200.000 Euro erhöht.
Gesucht sind Unternehmen, die mit ihren Investitionen zur nachhaltigen Entwicklung in Entwicklungs-, Schwellen- und Transformationsländern beitragen. Mit develoPPP.de fördert das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) innovative Ideen von Unternehmen und beteiligt sich finanziell und beratend an der Umsetzung vor Ort. Die DEG, GIZ und sequa laden zur Teilnahme an Ideenwettbewerben für Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft ein. Die Themen der Durchführungsorganisationen im Wettbewerb sind:
- DEG: „Energie“ und „Ressourcen- und Klimaschutz“ sowie der offene Wettbewerb „Innovative Ideen“
- GIZ: „Ländliche Entwicklung“, Green City / Städtischer Umweltschutz“ und „Rohstoffe“ sowie der offene Wettbewerb „Innovative Ideen“
- sequa: „Berufliche Bildung, Ausbildung und Qualifizierung“
Mit Energie, Ressourcen- und Klimaschutz, Ländliche Entwicklung, Green Cities, Rohstoffe und Ausbildung liegen die thematischen Schwerpunkte in solchen Bereichen, in denen unsere Partnerländer besonders von Stärken der deutschen Wirtschaft profitieren können. In den offenen Wettbewerben „Innovative Ideen“ von DEG und GIZ sind die Unternehmen aufgerufen, ohne thematische Einschränkung eigene Akzente zu setzen.Damit behält develoPPP.de das Ohr am Puls der Wirtschaft und ermöglicht Maßnahmen auch in Bereichen, die bisher noch nicht im Fokus standen.
Ausführliche Informationen zum Verfahren der Ideenwettbewerbe sowie Links zu den Teilnahmeunterlagen finden Sie unter www.develoPPP.de oder direkt bei den Durchführungsorganisationen.
- Auszeichnung für Elektrifizierung ländlicher Gebiete im Senegal
- Biomassekraftwerk und Inselnetz für unabhängige Stromversorgung
- "Kalom Mainz Industries SARL" seit Mai 2012 eigenständig
Für die Etablierung einer profitablen Stromversorgung aus erneuerbaren Energien der Gemeinde Kalom im Senegal haben die Stadtwerke Mainz AG und die DEG - Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH einen Sonderpreis im Rahmen des "Innovationspreis Public Private Partnerships 2012" erhalten. Die Auszeichnung, die der Bundesverband PPP bereits zum siebten Mal gemeinsam mit dem Behörden Spiegel auslobte, wurde am 16. Oktober 2012 in Berlin verliehen.
Im Rahmen des Projektes haben die Partner im Senegal ein mit so genannter Pyrolyse arbeitendes Biomassekraftwerk errichtet, das eine ländliche Gemeinde mit Strom versorgt. Die Stiftung Energie für Afrika der Stadtwerke Mainz AG finanzierte das Projekt. Die DEG beteiligte sich mit 200.000 EUR aus Mitteln des develoPPP.de-Programms des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). "Wir freuen uns, dass die innovative Lösung für die Stromversorgung ländlicher Gebiete mittels Biomasse und unter Einbeziehung der lokalen Bevölkerung diese Anerkennung findet", sagte Manuela Marques, Bereichsleiterin Deutsche Unternehmen/ Programmfinanzierung der DEG, anlässlich der Preisverleihung.
"Das Projekt soll modellhaft zeigen, wie in einer ländlichen Gemeinde im Senegal ein funktionierendes "Dorfwerk" nach dem Vorbild eines deutschen Stadtwerks etabliert werden kann", erläutert Detlev Höhne, kaufmännischer Vorstand der Stadtwerke Mainz AG. Umsetzungspartner vor Ort war die Novis GmbH aus Tübingen, die auf Stromerzeugung aus Biomasse spezialisiert ist. Das Unternehmen lieferte die Technologie für das Biomassekraftwerk, das als erneuerbare Energiequelle hauptsächlich Erdnussschalen und Hirsestängel verwendet. Den wesentlichen Bedarf deckt das Dorfwerk über Ankauf bei lokalen Kleinbauern, die auf diese Weise ein sicheres Einkommen erhalten, der Rest kann von einem größeren Erdnussölproduzenten bezogen werden. Der in dem Kraftwerk erzeugte Strom wird im Kernort über ein so genanntes Inselnetz verteilt. Abgelegenere Haushalte können über Kleinstsolarsysteme zwei bis drei elektrische Lampen und ein weiteres Gerät betreiben. Für den Betrieb größerer Elektrogeräte kann im Kernort eine Ladestation genutzt werden, die Batterien vermietet und auflädt.
Seit Mai 2012 ist eine Betreibergesellschaft für das Kraftwerk verantwortlich, an der neben der Stiftung Energie für Afrika ein knappes Dutzend Dorfbewohner Gesellschaftsanteile hält. Es wurden sieben lokale Mitarbeiter für das Dorfwerk "Kalom Mainz Industries SARL" angestellt. Novis hatte diese zuvor eingehend geschult, damit sie die Anlagen eigenständig betreiben können. Die Dorfgemeinschaft wurde mit dem Umgang mit Strom vertraut gemacht.
Mehr Informationen unter: http://www.deginvest.de
Das Programm "Klimapartnerschaften mit der Wirtschaft" verfolgt das Ziel, klimafreundliche Technologien in Schwellen- und Entwicklungsländern zu fördern und zu verbreiten.
Denn nur gemeinsam mit dem Privatsektor können die internationalen Klimaschutzziele erreicht werden. Im Fokus des Programms steht daher, Unternehmen bei der Entwicklung von Geschäftsfeldern im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz in Entwicklungs- und Schwellenländern zu unterstützen. Das Programm "Klimapartnerschaften mit der Wirtschaft" fördert Projekte, welche:
- in den Partnerländern strukturbildend im Bereich der Nutzung klimafreundlicher Energien wirken
- nicht gesetzlich vorgeschrieben sind,
- ohne öffentlichen Beitrag nicht realisiert werden können und
- noch nicht begonnen haben.
Viele Unternehmen bauen heute im Ausland Joint Ventures oder eigene Produktionsstätten auf, um neue Märkte zu erschließen. Neben Osteuropa sind zunehmend auch Länder wie Brasilien, Südafrika, China oder Indien interessant. Um ihre Investitionspläne zu verwirklichen, benötigen die Unternehmen Kapital - Kapital, das oft nicht ausreichend verfügbar ist.
Hier setzt die Arbeit der DEG an. Sie stellt den Unternehmen langfristige Mittel zu Marktkonditionen zur Verfügung und bringt ihre jahrzehntelange Erfahrung mit Investitionen in Entwicklungs- und Transformationsländern ein. Das Angebot der DEG richtet sich an alle deutschen Unternehmen, insbesondere an den Mittelstand. Pro Vorhaben stellt sie in der Regel Finanzierungsbeträge mit einem Volumen von bis zu 25 Millionen Euro bereit. Auch kleinere Investitionen können mitfinanziert werden. Voraussetzung ist, dass die Vorhaben entwicklungspolitisch und betriebswirtschaftlich sinnvoll sind.
Die Zusammenarbeit mit privaten Unternehmen dient dazu, die Expertise und Kraft der Privatwirtschaft als Motor für Entwicklung zu nutzen. Zusätzlich führt die DEG Förderprogramme durch, mit denen dazu beigetragen wird, dass entwicklungspolitisch sinnvolle sowie klimaschutzrelevante Vorhaben von Unternehmen realisiert werden können. Auch für Machbarkeitsstudien zur Vorbereitung von konkreten Investitionsvorhaben in Entwicklungsländern kann die DEG bis zu 50 Prozent der Kosten (maximal 200.000 Euro) übernehmen.
Klimafreundlicher Kunststoff aus Brasilien
Brasilien ist der größte Zuckerproduzent weltweit: 60 Prozent der globalen Produktion stammen aus brasilianischem Zuckerrohr. Als Abfallprodukt fallen dabei jedes Jahr rund 150 Millionen Tonnen ausgepresste Pflanzenfasern an, die sogenannte Bagasse. Bisher wird etwa ein Drittel davon zur Energiegewinnung verbrannt, wobei klimaschädliche Gase entstehen. Das Technologieunternehmen TECNARO hat ein Verfahren entwickelt, um aus Bagasse ein Kunststoffgranulat herzustellen. Dieser umweltfreundliche Rohstoff kann dann in der herkömmlichen Kunststoffproduktion zu Autoteilen oder Haushaltswaren verarbeitet werden. m dieses Verfahren auch in Brasilien einzuführen, errichtete TECNARO zusammen mit der sequa eine Pilotanlage vor Ort. Gemeinsam mit der brasilianischen Ausbildungsorganisation SENAI-CIMATEC bildeten die Partner sechs Fachkräfte aus, die die Produktentwicklung eigenständig fortsetzen und ihr Wissen an die Studenten des Instituts weitervermitteln. Die Erfahrungen sind zudem in einen neu gegründeten materialwissenschaftlichen Masterstudiengang eingeflossen.
Wasseraufbereitungsanlagen für Mexiko
Mit einer Produktion von über 55Millionen Quadratmetern Leder gehört Mexiko zu den größten Produzenten weltweit. Bei der Lederproduktion fällt jedoch Abwasser an, das verunreinigt ist und erhebliche ökologische Schäden verursachen kann. Da viele Kleinbetriebe wirtschaftlich nicht in der Lage sind, das kontaminierte Wasser zu reinigen, wird es häufig ungeklärt in das öffentliche Kanalsystemeingeleitet. Als Vorreiter auf dem Gebiet der biologischen Abwasserbehandlung erkennt die Leipziger Firma BioPlanta GmbH das enorme Potenzial auf diesem Markt. In einem Gemeinschaftsvorhaben ergänzt das Unternehmen sein fachliches Know-how durch die entwicklungspolitische Erfahrung der DEG: Während BioPlanta ein kostengünstiges Systementwickelt, das mit einfachen biologischen Verfahren das belastete Wasser sehr effektiv reinigt, stellt die DEG in Mexiko die nötigen Verbindungen her und leistet Aufklärungsarbeit, um das Misstrauen gegenüber dem „Nicht-High-Tech“-Verfahren abzubauen. Das erfolgreiche Pilotprojekt stößt in Mexiko und anderen Ländern Lateinamerikas auf großes Interesse und vergrößert die Nachfrage nach Wasseraufbereitungsanlagen erheblich.
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