Neuer Kaufkraftatlas der IHK Reutlingen
Handel im Aufwind
Die IHK Reutlingen analysiert alle zwei Jahre, wie sich die Kaufkraft, die tatsächlich im Einzelhandel ausgegeben werden kann, sowie der Einzelhandelsumsatz in der Region entwickelt haben. Das Ergebnis ist erfreulich: Die Region legt insgesamt 1,8 Prozent gegenüber 2009 zu. Im Landkreis Reutlingen können die Bewohner aktuell im Schnitt pro Jahr 5.526,80 Euro (plus zwei Prozent), im Kreis Tübingen 5.353,80 (unverändert) und im Zollernalbkreis 5.376,90 (plus ein Prozent) ausgeben. Bei der einzelhandelsrelevanten Kaufkraft werden Ausgaben wie Mieten, Hypothekenzinsen, Versicherungen oder für Reisen herausgerechnet.
Mehr Geld, aber kein Riesensprung
„Die Menschen haben mehr Geld für Ausgaben im Einzelhandel zur Verfügung. Das ist eine erfreuliche Ausgangssituation für den heimischen Handel“, sagt Karin Goldstein, Bereichsleiterin Starthilfe und Unternehmensförderung bei der IHK. Gleichwohl: „Wir sprechen von einer Steigerung, aber nicht von einem Riesensprung. Der Handel ist die Branche, die in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten am stärksten gebeutelt wurde.“ Bricht man die Ergebnisse auf die Gemeinden der Region herunter, liegt Jungingen mit einer einzelhandelsrelevanten Kaufkraft von 6.180 Euro auf Rang eins. Auf den Rängen zwei und drei folgen Dettenhausen (6.099 Euro) und Riederich (6.038 Euro). Erstmals schafft es Eningen unter die Kaufkraft-Top 10.
Alle Landkreise legen zu
Beim Einzelhandelsumsatz erzielen alle Landkreise der Region seit 2009 Zuwächse. Reutlingen und Zollernalb legen jeweils um über drei Prozent zu, im Landkreis Tübingen sind es immerhin rund 1,5 Prozent. Bei der letzten Untersuchung war die Situation noch anders: Seinerzeit hatte nur Reutlingen zulegen können. „Der Handel ist offensichtlich besser durch die Wirtschaftskrise gekommen als viele andere Branchen“, bewertet Goldstein. „Das ist eine gute Nachricht für Betriebe, die in den letzten Jahren mit ausgesprochen schwierigen Rahmenbedingungen zu kämpfen hatten.“
Hohe Pro-Kopf-Umsätze in der Region
Im regionalen Umsatzranking ist es erneut Metzingen, das aufgrund der Outletbetriebe auf einen Pro-Kopf-Umsatz von über 18.000 Euro und damit klar auf Rang eins kommt. Es folgen Balingen (8.416 Euro), Hechingen (7.562 Euro) und Reutlingen (7.246 Euro). Erfreulich: Alle Gemeinden, die es beim Umsatz regional unter die Umsatz-Top 10 schaffen, liegen mit ihrer Umsatzkennziffer deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 100.
Kaufkraft gewinnen oder verlieren?
Aus Kaufkraft und Umsatz errechnet sich die so genannte Zentralität. Sie gibt an, ob es einer Stadt oder Gemeinde gelingt, Kaufkraft von außen zu gewinnen oder ob sie nach außerhalb verliert. Auch hier liegt Metzingen, so zeigt der IHK-Kaufkraftatlas, mit einem Wert von 342,4 deutlich vorne (der Bundesschnitt ist wiederum 100). Es folgen erneut Balingen (160,7), Hechingen (153,7) und Reutlingen (141,3). Gewinner in den Top 10 der Zentralität ist Mössingen, das fast 17 Prozent zulegt und jetzt Platz fünf mit einem Wert von 128,4 erreicht. Die Stadt Tübingen bleibt bei der Zentralität traditionell schwach und liegt diesmal bei 76,6 (2009: 79,9).
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